Honigbienen

Der Frühjahrshonig ist da!

Honigwaben

anzufl

Der Frühjahrshonig aus diesem Jahr ist geschleudert und abgefüllt. Und was soll ich sagen: Er ist wieder super lecker! Und wie der duftet!

Honig SchleuderDas Interessante: Der Honig aus diesem Frühjahr (2019) schmeckt unglaublich fruchtig, ganz anders als der vom letzten Jahr. Aber warum, wo doch die Bienenvölker am selben Platz stehen? Die Temperaturen haben einen wesentlichen Einfluss auf das Nektar- und Honigtausammeln und somit auch auf die Honigernte bzw. den Anteil der verschiedenen Blüten im Honig. Denn erst ab etwa 10 Grad verlassen die Bienen den Stock, um im Umkreis von etwa 3 Kilometern die Nektarquellen anzufliegen. Das Bienenjahr 2019 begann kühl, nur durch ein paar warme Tage unterbrochen. Die Königin jedoch reagiert mit dem Eierlegen auf die Außentemperaturen. Wahrscheinlich waren dieses Frühjahr die Völker noch nicht groß genug, um die plötzliche Blütenmenge in den wenigen warmen Tagen anzufliegen. So haben die Bienen nur einen Teil der zur Verfügung stehenden Blüten abernten können. Und da Mein Honig eine Mischung aus verschiedenen Nektarquellen ist, fällt die Zusammensetzung jedes Jahr anders aus.  Übrigens: Honigbienen gehen nur  auf blühende Pflanzen in großen Mengen. Die Bienen, die man im eigenen Garten oder auf dem Balkon sieht, sind in der Regel Wildbienen.

Waben und BlumenDer Blütenhonig aus unserem Veedel

Die großen Frühjahrsblüher in den Straßen und Parks sind bei uns im Viertel Weide, Kornelkirsche, Kastanie, Ahorn, Blutbuche und Scheinakazie. Ist eine große Tracht, wie der Imker sagt, gefunden, fliegen alle Sammelbienen dorthin, sammeln den Nektar aus den Blüten und speichern ihn in der Honigblase. Zurück im Stock übergeben sie den Nektar an die Arbeiterinnen, die ihn in den Honigwaben einlagern. Bei der Weitergabe des Nektars von Biene zu Biene innerhalb des Stocks wird er in ihrer Honigblase gefiltert, von Schadstoffen befreit und mit körpereigenen Stoffen der Bienen angereichert. Diese Enzyme und Fermente haben Einfluss auf die verschiedenen Zucker des Nektars, machen ihn haltbar, hemmen unerwünschte Bakterien und entziehen ihm nicht zuletzt Wasser. Das alles macht ihn besonders wertvoll, auch für unsere Gesundheit.

120.000 Kilometer für 500 Gramm Honig

Vor dem Schleudern prüfe ich den Honig auf seinen Wassergehalt, der unter 18 Prozent liegen muss. Das war jetzt bei meinen Völkern der Fall, so konnten wir uns an die Arbeit machen. Die gefüllten Rahmen sind ganz schön schwer. Wenn man sich vorstellt, dass eine Biene pro Flug etwa 0,05 Gramm Nektar transportiert, für 500 Gramm Honig etwa 40.000 Mal ausfliegen muss und dabei 120.000 Kilometer zurücklegt (das entspricht drei Mal um die Erde): Das ist faszinierend und eigentlich gar nicht fassbar.

HonigfilterWaben werden entdeckeltZuerst entferne ich die Deckel der Waben, dann hänge ich die Rahmen in die Schleuder. Der frisch geschleuderte Honig läuft aus der Schleuder durch ein Sieb ab. Danach filtere ich den Honig noch einmal mit einem feineren Netz. Es sollen ja nur grobe Teile wie Wachskrümel herausgefiltert werden und nicht die Blütenpollen. Dann muss der Honig etwa 14 Tage ruhen. Dabei „schäumt“ er, das heißt enthaltene Luftbläschen und Wachspartikel steigen nach oben. Diesen Schaum schöpfe ich ab, und erst dann fülle ich den Honig in Gläser ab. Mmmmh, lecker!